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Die Chronik unserer Kapelle |
Liebe Musikfreunde! Vor 190 Jahren im fernen 1814 wurde die Musikkapelle Lüsen zum ersten Male urkundlich erwähnt. Aus der Chronik wissen wir aber auch, dass in Lüsen viele Jahre früher, bereits schon Anfang des 16. Jahrhunderts bei Hochzeiten, festlichen und kirchlichen Anlässen, Musik gemacht wurde. Damals erklang hauptsächlich Geigen-, Trommel-, Pfeifen-, Schwegel- und auch Zithermusik und man geht wahrscheinlich davon aus, dass die Ventilinstrumente zur damaligen Zeit noch nicht bekannt waren. Dank Unterstützung vieler und vor allem auch Dank der harmonischen Mitarbeit aller 53 derzeit aktiven Mitglieder hat sich die Musikkapelle Lüsen mittlerweile zu einem hervorragenden Klangkörper entwickelt. Musik kann Gemüt, Herz und Verstand bilden,den Alltag bereichern und den Festtag krönen. (Hermann Reissner)
2004 Anläßlich der 190 Jahre wird das Jubiläumsjahr gebührend gefeiert.Mit einem Jubiläumskonzert am Ostersonntag wird das Jahr eingeleitet. Den Höhepunkt bildet dann ein großes Jubiläumsfest am 10.und 11.Juli. Für 40 Jahre Musikleben erhält Heinrich Hinteregger die Auszeichnung in Gold. Abgeschlossen wird das Jubeljahr mit einen klassischen Konzert im Gemeindesaal. 2003 Die Musikkapelle nahm an einem Benefizkonzert in der Toscana teil und fuhr in die Partnergemeinde Steffenberg (Marburg – Biedenkopf / Hessen). 2001 Obmann Josef Ploner wird bei der Bezirksvollversammlung im Hotel Post in Klausen einstimmig zum Bezirksobmann des VSM Bezirkes Brixen gewählt. 2000 Franz Fischnaller übernahm erneut den Dirigentenstab. 1999 Fahrt der Musikkapelle in den Landkreis Marburg – Biedenkopf (Hessen) 1998 zu Neujahr stand die Musikkapelle ohne Kapellmeister da. Es konnte schließlich Johann Prader, langjähriger Kapellmeister der MK Afers gewonnen werden. Prader leitete die Kapelle zwei Jahre lang. 1998 wurde beschlossen, das Probelokal zu erweitern. Der schöne, akustische Raum wurde neu eingerichtet und am 18. Juni 2000 feierlich eröffnet. 1996 Fahrt der Musikkapelle nach Worblingen und Ingolstadt. 1993 fand die erste gemeinsame Jahresversammlung von Musikkapelle und Pfarrchor statt. 1992 im Herbst wurde Franz Fischnaller (Burger Franz) Kapellmeister; die Stelle als Obmann übernahm Josef Ploner (Balbein Pepi). Musikschüler und Jungmusikanten finden in der Musikkapelle eine sinnvolle Freizeitgestaltung. 1990 seit März ist Leopold Ploner (Gschlorhof) Kapellmeister, und Heinrich Hinteregger (Löchler Heini) Obmann der Musikkapelle. Unter der Stabführung von Leo Ploner erreicht die Musikkapelle beim Wertungsspiel am 17. Mai 1992 anlässlich des 18. Bezirksmusikfestes in Brixen auf dem Domplatz ebenfalls das Höchstprädikat „ausgezeichnet“ in der Oberstufe verliehen. 1989 Zwei Tage Feststimmung zur Feier „175 Jahre Musikkapelle Lüsen“. Eine Festschrift und die Tageszeitung „Dolomiten“ berichteten am 12. 8. über die Geschichte und am 23. 8. über das Fest der Musikkapelle. 1987 trat die Musikkapelle beim Bezirksmusikfest in Klausen zum Wettbewerb an und erhielt ihre „Ausgezeichnete Leistung“ bestätigt. Alfred Hinteregger wird Obmann der Musikkapelle. 1986 erhielt die Musikkapelle auf dem Schulhof ein akustisch einwandfreies Musikpavillon. 1985 Fahrt der Musikkapelle nach Gerlingen bei Stuttgart Beim Musikwettbewerb in Meran trat die Musikkapelle Lüsen erstmals in der Oberstufe an und erhielt eine „Ausgezeichnete Leistung“ bescheinigt. 1984 wurde das Probelokal im Kellergeschoß des Schulhauses neu gestaltet. 1981 spielte die Musikkapelle Lüsen noch in der Mittelstufe und erhielt beim Wertungsspiel des Bezirksmusikfestes in Brixen das Prädikat „Ausgezeichnete Leistung“ Sepp Fischnaller (1978 – 1989) führt die Musikkapelle zu Höchstleistungen 1978 übernahm Musiklehrer Josef Fischnaller (Burger Sepp) den Dirigentenstab.Da die alten Musikinstrumente von minderer Qualität sind, werden viele durch neue ersetzt. 1977 Die Musikkapelle Lüsen beteiligte sich erneut am Grenzgang in Biedenkopf 1975 Fahrt der Musikkapelle nach Fulpmes ins Stubaital und nach Obersdorf. 1974 die Musikkapelle lädt zur 160 – Jahr – Feier. In der Pfarrchronik wurde nämlich ein Bericht über die ersten Musikanten des Jahres 1814 gefunden. Nach dem Entwurf von Hans Prünster ließ sich die Musikkapelle von der Fa. Ritter in Bozen eine Musikfahne nähen. Fahnenpatin ist Lehrerin Eva Bonell Mitterutzner. 1973 beteiligte sich die Musikkapelle an der 25 –Jahr - Feier des VSM in Bozen. Die Musikanten kauften schwarze, lederne „Ranzlan“ (Leibriemen) mit Federkielstickerei: Lüsner Wappen und Lyra. Das Sticken mit Federkiel ist erst seit 1830 bekannt; vorher waren die Gurten mit Metallnieten geziert. 1970 Die Musikkapelle Lüsen beteiligte sich am Grenzgang in Biedenkopf (Hessen). Beim Wertungsspiel des Bezirksmusikfestes in Neustift (Vahrn) erhielt die Musikkapelle einen „Ersten Rang“, und ein Jahr später auf dem Landesmusikfest in Meran einen „Ersten Rang mit Auszeichnung“. 1964 wurde die 140 – Jahr - Feier festlich begangen. Die ersten Musikschüler besuchten die Musikschule in Brixen. Die Musikkapelle unternahm in den folgenden Jahren auch Fahrten ins Ausland: Ottensheim, Bad Aibling, Obersdorf und Freudenberg. Johann Gruber (1963 – 1977) leitet die Musikkapelle erfolgreich und erreicht erstmals eine ausgezeichneteLeistung beim Wertungsspiel 1963 wurde Johann Gruber Kapellmeister der Musikkapelle Lüsen. 1960 fuhr die Musikkapelle nach Maria Weißenstein. 1954 wurde die 130 – Jahr - Feier festlich begangen. Die Tageszeitung „Dolomiten“ berichtete davon in der Nr. 225. Johann Hinteregger, Zalnervater, wurde für 55 Jahre Mitgliedschaft und 30 Jahre Kapellmeister der Musikkapelle Lüsen geehrt. 1953 übernahm Franz Hinteregger, Mairhofer, den Dirigentenstab. 1952 Bischofsweihe von Dr. Joseph Gargitter: die Musikkapelle Lüsen trat in Brixen als Ehrenkapelle auf. 1950 kleideten sich die Musikanten mit der erneuerten Brixner Tracht:grünlodenen Rock, Gupfhut mit gelber Quaste, lange schwarze Hose, rotes Leibl, grüne Hosenträger, schwarzer Flor; die Marketenderinnen tragen weiße Stutzen, schwarzen Rock, blaue Schürze, weiße Bluse, rotgrünen Rockoberteil und Planhut. 1949 Lüsner Kirchtag mit Jubelfest „125 Jahre Musikkapelle Lüsen“. Man war der Meinung, dass Lehrer Thomas Scholl 1924 die Musikkapelle gegründet habe. Die Tageszeitung „Dolomiten“ berichtete in den Nr. 203 und 211 1946 fuhren Musikkapelle und Schützen zur Herz – Jesu – Bundeserneuerung nach Bozen. Auch bei der Wallfahrt der Kriegsteilnehmer nach Maria Weißenstein fuhr die Musikkapelle unter Leitung von Johann Hinteregger, Zalner, mit. Spenden der Bevölkerung füllen die leere Kasse der Musikkapelle Nach dem Krieg war es üblich, zur Deckung der Ausgaben einen Glückstopf abzuhalten. Sachspenden gaben nicht nur die Bevölkerung von Lüsen sondern auch Kaufleute von Brixen und Bozen. 1945 Zu Fronleichnam wurde die Musikkapelle eingeladen. Dazu bemerkte der Pfarrer in der Chronik: „Sie ist zwar lückenhaft, ein kleines Häuflein, aber eine Musik ist es, und sie proben und üben mit Eifer. Am Herz- Jesu-Sonntag gab es Platzkonzert.“ 1944 fuhr die Musikkapelle in Schützentracht zum Kreisschießen nach Brixen. Alle Kapellmeistern wurden nach Brixen berufen. Dort wurde ihnen verboten, bei religiösen oder kirchlichen Feiern mitzuwirken. Trotzdem spielte sie zum 40jährigen Priesterjubiläum des Pfarrers. 1942 Bei der Beerdigung vom Mairhofer (Franz Hinteregger, Gemeindevorsteher 1916 - 1926) spielte die Musikkapelle. 1935 Rückkehr von Kooperator Michael Summerer (Chroniknotiz gekürzt): „Später, nach dem Abendessen spielte die Musikkapelle etliche Stücke zur Begrüßung des H. Summerer. ...Als die Musikkapelle abzog, ... kommandierte (Gemeindeschreiber) Ferigato: „Musik! Vergatterung!“ Sein zweites Kommando war: „Ins Musikzimmer! Und die Instrumente abliefern! Ihr habt ohne Erlaubnis gespielt!“ Einige wenige entwischten mit ihren Instrumenten, die anderen mussten schön einzeln im Musikzimmer ihre Instrumente abgeben. Nach dem nachmittägigen Gottesdienste wurden der Meßner (Franz Sigmund), der Maurerbauer (Josef Daporta) und der Zallner ergriffen. Den Musikanten wurde zu wissen getan, daß sie sich bereit halten sollen. Sie wurden bald entlassen, bis auf den Zallner. Als der freigelassen wurde, hat man aber statt Seiner den Wielischer Franz (Hinteregger, Tischler) festgenommen, ebenso ein Pecherlechnerbub, weil er am vorhergehenden Abend den Amtspersonen Widerstand geletet hat. Gegen Abend wurden alle vier mit Auto abgeschoben. Beiläufig um acht Uhr abends, nachdem sie vom Sonntag abend bis Montag abend ganz richtig im Loch gesessen, wurden sie entlassen. Der Maresciallo sagte dem Wielischer Franz, dass er und alle Musikanten ihre Instrumente morgen abholen können.“ 1934 10. V. wurde der „Dopolavoro“ eröffnet. Zu dieser Feier wurde natürlich die Musik eingeladen. „Es kamen aber so wenig Musikanten, daß sie gar nicht spielen konnten. Als Zalner, der Kapellmeister dies sah, ging auch er nach Hause und ließ sich den ganzen Tag nicht mehr sehen.“ „In den letzten Tagen des Juni wurde Mair („Pecherlechner Franz“) zu seiner vorgesetzten Behörde gerufen, die ihm seine Absetzung und Entlassung (vom Straßenwärterdienst) ansagte. Die Entlassung wurde begründet: ...3. weil er gelegentlich der Prozessionen u. auch sonst als Bläser bei der Kirchenmusik mitwirkte.“ Fortab durfte die Musikkapelle wieder auftreten und alle Feste musikalisch mitgestalten, mußte aber bei jedem Standkonzert auch den Königs- (Marcia reale) und den Faschistenmarsch (Giovinezza) spielen. Zu Fronleichnam berichtet der Pfarrer: Die Musik spielte das erstemal die Absamer Prozessionsmärsche, welche leider nicht sehr gefielen. Begräbnis von Josef Fischnaller, genannt der Hahle Schuster: „Die Invaliden rückten mit Fahne (aus Brixen) aus, die Feuerwehr mußte mitmachen, ... die Musik und die Sänger wurden aufgeboten.“ 1933 wurde die Straßenbrücke gesegnet und feierlich eröffnet. Die Musikkapelle konzertierte während des Festmahls. 1932 sollte die Musikkapelle auf der „Piazza Roma“ (im „Unterwirtsbangart“) für einen Faschistenaufmarsch spielen, doch kein Musikant trat auf. 1931 spielten die Lüsner Musikanten zur Eröffnung der Schutzhütte auf der Plose 1930 nachdem die Musikanten zweimal in Feuerwehruniform gespielt hatten, trat die Musikkapelle beim Trachtenumzug in Meran in Schützentracht auf. Die Trachten für die zwei Marketenderinnen wurden im Pustertal ausgeliehen. 1928 „Gegen Frühjahr (Josefi) wurde sie wieder zusammengestellt. Nachdem sie aber dem Kooperator u. Kirchenmaler Oberkofler zum Abschied (30. April) ein Ständchen gemacht hatte, löste er sie zur Strafe dafür auf. Dabei erreichte er auch noch einen zweiten Hauptzweck, nämlich daß die Musik im Sommer bei den Prozessionen nicht spielen konnte.“ 1927 berichtet Pfarrer Mair unter der Eggen: „Bei meinem Einstande spielte die Musik. Dies erzürnte den Niedermair (den Podestà) derart, daß er die Musikbande auflöste.“ 1926 berichtet das Protokollbuch der Gemeinde: „wurden der hiesigen Musikkapel 10 Röcke und 10 Hüte bewilligt.“ Die Musikkapelle wird nur geduldet, wenn sie dem Regime dient. Bald sollte die nur mehr 17 Mann starke Musikkapelle wohl bei Faschisten-Aufmärschen spielen, aber nicht bei den Prozessionen. Dies und das Verbot Federn zu tragen, machten bei der Bevölkerung böses Blut. 1923 wurde Johann Hinteregger, Zalner, (Junior) Kapellmeister. Er leitete die MK - mit kurzen Unterbrechungen in der Faschistenzeit und während des Zweiten Weltkrieges - bis 1953. 1914 lesen wir in demselben Protokollbuch: „... ferner für einige Musikanten,welche 25 Jahre als solche tätig sind, eine Dienstmedaille zu beantragen.“ 1912 steht im Sitzungsprotokoll des Gemeindeausschusses: „Es wurde beschlossen, der Musikkapelle von der Gemeindekasse als Anschaffung jährlich 35 Kronen bewilligt und jährlich 2 Marenden über die ortsüblichen zu bestreiten.“ 1911 trat Lehrer Rudolf Kleiner in Lüsen den Dienst an und dirigierte auch die Musikkapelle. Zwischendurch wurde er für kurze Zeit von Josef Niedermayr, Oberwirt, als Dirigent der Musikkapelle abgelöst. 1909 Beschluss des Gemeindeausschusses vom 5. Mai: „Der Musikkapelle wurden von der Gemeindekasse Lüsen zur Anschaffung einer Bluse und 1 Hut der erforderliche Betrag einstweilen bewilligt.“ In der Gemeindekasse wurden dann unter „Verschiedene Ausgaben“ vermerkt: „für die Musikkapelle. Damals trugen mehrere Musikkapellen nach Art der Standschützen-Uniform braune Joppen mit grünem Kragen und eben solchen Korden, lange Hosen und einen Hut mit grünem Band und „Spielhahnschweif“; bei festlichen Anlässen trugen die Lüsner Musikanten zusätzlich eine weiße Hahnenfeder. 1908 fuhr die Musikkapelle unter Leitung von Johann Schneider in Schützentracht nach Innsbruck.Die Musikanten kleiden sich in Standschützen-Uniform 1906 ließ die Gemeinde ein Musikzimmer einrichten. Darüber berichtet das Sitzungsprotokoll: „III. wurde auf Ansuchen der Musikkapelle ein Instrument zur Kirchenmusik (Trompete oder Posaune in C) von der Gemeindekasse bewilligt und die ganze Einrichtung zum Musikzimmer (Kästen, Lampen etc. zu bestreiten).“ 1903 steht im Protokollbuch der Gemeinde: „wurde beschlossen, dem Herrn Lehrer Johann Schneider nun er die Leitung und Führung übernimmt und ausübt jährlich 20 Kronen aus der Gemeindekasse zu bezahlen; zugleich wurde auch der Musikkapelle jährlich 20 Kronen aus der Gemeindekasse bewilligt“ 1899 lesen wir im Protokollbuch der Gemeinde: ... „wurde beschlossen, die Musikkapelle wieder in Klang zu bringen, und im nöthigen Falle 150 Gulden zum Ankauf der Instrumente aus der Gemeindekasse zu bewilligen.“ In jenem Jahre weilte der Kaiser in Brixen, dem auch die Musikkapelle Lüsen unter Leitung von Johann Hinteregger (Senior), Zalner, ihre Aufwartung machte. 1897 Der Gemeindeausschuß beschloß „für die Musikanten eine Beleistung“ 1895 kam Johann Schneider als Lehrer nach Lüsen. Er nahm mit den Sängern auch die Feldmusik bzw. Blechmusik mit auf den Chor, und der Pfarrer gab sogar die Erlaubnis, „Musikalien“ (Notenblätter) anzukaufen. 1882 war Visitation durch den Fürstbischof. Zu diesem Anlaß wird auch die Musikkapelle in der Pfarrchronik erwähnt. 1870 trugen die Musikanten als Abzeichen eine Lyra am Rockkragen. 1860 hatte die Blaskapelle fast die gleiche Besetzung wie eine Militärkapelle von 25 Mann. Auch die Marketenderinnen bei Musikkapellen und Schützen gibt es erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts. 1834 übernahm Sebastian Ragginer, Kleinkaneider, den Dirigentenstab, später Lehrer Franz Oberhauser, Hilber, der 53 Jahre Organist und Mesner war. Lehrer als Kapellmeister und Organisten (ab 1824) 1824 – 1834 leitete Lehrer Thomas Scholl die Musikkapelle. Sein Grabstein steht an der Mauer der Kiliankirche. 1821 wurde eine kleine Trommel erworben. 1816 „Die Orgel in der Kirche wurde umgedreht und vom Cornetton auf den Chorton herab gestimmt, damit die Musikanten ihre Instrumente besser sollen gebrauchen können.1817 Fest der Altarweihe: „empfingen beim Mayrhof seine Hochf. Gnaden Franz Karl 24 roth gekleidete Schützen mit ihren Musikanten an der Spitze, die alle ihr Exerzitium gut machten.“ „…am 22.07. um 6 Uhr zogen Seine Hochf. Gnaden unter Begleitung der Musikkapelle in die Kirche“. 1815 Georg Kerer führte am 26. Oktober „24 roth gekleidete Schützen mit ihren Musikanten an der Spitze“ nach Brixen, wo sie Kaiser Franz mit Gemahlin begrüßten. Während die Männer in roten „Hematern“ und schwarzen „Pluderhosen“ antraten, trugen die Mädchen weiße Schürzen und Plan- oder „Riedlhütte“. Die Lüsner Musikanten traten anfangs meist zusammen mit den Schützen auf (ab 1814) 1814 Pfarrer Georg Niedermair berichtet in seiner Chronik: „Im Sommer 1814hatten einige Jünglinge etwas Musik gelernt. Am Kirchtag produzierten sie sich öffentlich. Ich kaufte ihnen durch Guttäter, ein Paar Horn, und zwei Clarinette im Advent, von dem Organisten in Villnöß ...; die ersten Musikanten sind: Josef Unterrainer und Johann Hinteregger, bei den Horn. Zwei bei den Clarinetten, beide Johann Ragginer genannt.“ 16. Jahrhundert: Das „Lüsner Gerichtspüechl“ (Lüsen war eigenes Gericht) berichtet bereits vom Spiel mit Zither, Geigen, Pfeifen und Schwegeln in Lüsen. Mehrere Aufzeichnungen und Hinweise im späteren 17. und 18. Jahrhundert bezeugen, dass in Lüsen Gesang und Musik immer schon gepflegt und praktiziert wurden. |